Mittwoch, 9. März 2011

Lilo Schwarz war in Hamburg – Tag 2

Am zweiten Tag stiegen wir zu Beginn noch einmal in die Bildsprache des Tarot ein. Dafür hatte Lilo ein wunderschönes Karten-Mandala auf dem Boden ausgelegt, das uns den Aufbau des Tarot noch einmal richtig veranschaulichte.
Kartenmandala (Photo von den Mantikern)

Die Asse liegen als Gaben, die wir erhalten haben in der Mitte aus. Im Kreis um sie herum liegen unsere Erfahrungen (Große Arkana = Trümpfe), Rollen und Personen (Hofkarten), sowie Alltagssituationen (Kleine Arkana = Zahlenkarten).

In der ersten Übung des Tages machten wir uns mit allen 'Kartenarten' in einer Übung vertraut. Dafür errechneten wir unsere Jahreskarte, um den Trumpf zu ermitteln. Nachdem wir ihn ausreichend betrachtet hatten, waren wir aufgefordert, uns eine Situation in naher Zukunft vorzustellen  (so, wie wir sie uns wünschten oder auch nur, wie wir sie erwarteten) und diese durch eine Karte der Kleinen Arkana bestmöglich zu bebildern. Eine verdeckt gezogene Hofkarte sollte die Rolle verdeutlichen, mit der wir dem Thema am besten begegneten. Das As, die Gabe, die uns beim befragten Thema zur Seite stehen und gleichzeitig herausfordernd auf Ausübung warten würde, wurde uns von unserem Nachbarn 'geschenkt', indem er seine Asse gemischt zum verdeckten Ziehen bereithielt. Gemeinsam mit unserem Nachbarn interpretierten wir in Zweiergruppen unsere Auslagen.

Diese Übung war ein Aufwärmen, um uns einer größeren Auslage zu stellen. Lilo brachte ein niegelnagelneues Legesystem mit, das sie 'SPUR WECHSELN' genannt hat und in Kürze auf ihrer Homepage einstellen will.
In der zweiten Übung fanden wir uns in Dreiergruppen zusammen. Jede/r zog die für das Legesystem erforderlichen sechs Karten und wir halfen uns gegenseitig nacheinander beim Verstehen der Botschaft unserer Auslagen.
Ich kann das Legesystem nur empfehlen und werde sicher bald ein Beispiel dafür zeigen! Als ich zu Hause meine beiden Auslagen noch einmal genauer betrachtete, konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Ich blieb bei der ersten und zweiten Übung im selben Thema, weil sich das so anbot. Meine offen ausgewählte Karte der Kleinen Arkana aus der ersten Übung, die darstellte, wie ich mir die Situation zu bestehen wünschte, zog ich dieses Mal verdeckt in der zweiten Übung. Sie fiel im Legesystem 'Spur wechseln' sinnigerweise auf die Position 'Mein bisher verfolgter (alter) Weg'. Genau der Weg also, den zu verlassen sinnvoll sein könnte, um einen neuen Kurs einzuschlagen. Tarot ist so herrlich direkt!


Die dritte und letzte Übung
nutzte wieder die Aufstellungs-Technik. Wir suchten jede/r für sich aus dem eigenen Deck eine Karte aus, die uns als 'Kraft-Tankstelle' ansprach. Nach der intensiven Betrachtung und Benennung mit einem eigenen Titel, bildeten wir wieder Dreiergruppen und verteilten uns im Raum, um nacheinander Kraft zu tanken. Die kraftschöpfende Person bestimmte eine Person  der Kleingruppe als Fokus (Stellvertreter für sich selber) und eine als Vertreter für die 'Kraftkarte'. Diese stellte sie im Raum auf und überließ sie einem wortlosen Tanz, bis sich die beiden ganz wohl fühlten in der Haltung und Stellung zueinander, die sie gefunden hatten. Daraufhin übernahm die Person den Platz ihres Stellvertreters und nahm die Kraft auf, die sie an dem Platz in der Haltung vorfand. Ich fand diese Übung ausgesprochen interessant. Insbesondere, weil die Ausgangsposition, in der ich meine Vertreter aufstellte, so ganz anders war, als die, in der ich dann meinen Platz übernahm. Ich habe diese Übung als sehr intensiv und erdend erfahren.
Zum Abschluss fanden wir uns wieder in der Runde zusammen und beschrieben den erlebten Prozess – oder auch nicht. Zumindest legten wir unsere Karten nacheinander wieder auf den Boden und nannten sie bei ihrem neuen Namen den sie durch den krafttankenden Prozess erhalten hatte.


Ich habe diesen Workshop sehr genossen und als Bereicherung empfunden! Lilo Schwarz ist eine beeindruckende Frau, die genau die richtige Mischung an professioneller Leitung eines Seminares und Gruppenzugehörigkeit findet. Ich habe sie als 'leitende Gleiche unter Gleichen' erlebt.
In der Vorstellungsrunde waren wir aufgerufen, unseren Auftrag an sie zu formulieren – sprich: Welche Erwartung hat jede/r von uns an sie? Nun, mein Auftrag lautete, dass ich mir eine 'Tarot-Revitalisierungskur' wünschte, weil ich an mir Ermüdungserscheinungen feststellte. Diesen Auftrag hat sie in vollem Umfang erfüllt!


DANKE, liebe Lilo, für ein wunderbares Seminar!
Und DANKE auch den Mantikern Kirsten und ROE, dass sie Lilo für diesen Workshop gewinnen konnten, sowie die köstliche Bewirtung und Gastfreundschaft in ihrem Institut!

4 Antworten:

Devona hat gesagt…

Meine Liebe,

hab Dank für die viele Mühe, die Du Dir mit dem Aufschreiben Deiner Erfahrungen hier gemacht hast! Es ist wirklich wahnsinnig interessant zu lesen, aber für mich, ganz im Gegensatz zu Dir, keine Erfahrung, die ich machen möchte. Was mitnichten an Lilo Schwarz liegt, deren Tarot-Kompetenz ich sehr schätze, sondern eher an den "Gruppenaktivitäten", das ist von je her ein No-go für mich...da bin ich weder aufgeschlossen und offen, das ist für mich schlichtweg Horror. Ich möchte gewisse innere Empfindungen nicht mit Menschen teilen, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Aber es ist wirklich schön, daß es für DICH so bereichernd war. Denn wenn Deine "Ermüdungserscheinungen" jetzt weg sind, können wir uns neuen Herausforderungen stellen.... ich hab da ein Kartendeck im Hinterkopf, was erobert werden möchte ;-)))

Phine hat gesagt…

Liebe Anne,

ich verstehe deine Haltung sehr wohl. Durch die recht kleine Gruppe, in der jeder/m der persönliche (Frei-)Raum zukam, der sie / er brauchte, war es ausgesprochen angenehm. Es war jedenfalls kein Seelen-Striptease, mal platt ausgedrückt! Jede/r entschied selber, wann und wieviel von der eigenen Fragestellung und Erfahrung preisgegeben werden sollte.
Es war sicher wichtig und für alle Anwesenden klar, dass wir uns zu ernsthafter 'Arbeit an uns selbst' dort eingefunden hatten und alleine entscheiden konnten (sogar sollten!), wieweit wir dieses Angebot für uns nutzen wollten. Zumindest habe ich das Seminar als gruppendynamisch empfunden und mich nicht in einem Gruppenzwang eingebunden gefühlt. Und für Aufstellungen braucht man halt auch ein paar Nasen mehr ;-) .

Ursula Paztke hat gesagt…

Hallo Phine,
da hast du ja eine wunderschöne Erfahrung gemacht. Ich war schon beim Vortrag von Lilo und ihrem Umgang mit dem Tarot tief beeindruckt. Schade, dass ich den Workshop nicht mitmachen konnte.
Viele Grüße
Ursula

Devona hat gesagt…

Phinchen,

ich bin mir schon sehr bewusst, daß mir durch meine (natürliche, angeborene,im Laufe des Lebens verstärkte... however...) Haltung etwas entgeht, das bezieht sich natürlich nicht nur auf dieses Seminar, sondern auch auf viele Dinge in den verschiedensten Bereichen. Aber man kann nicht immer aus seiner Haut und man will`s auch nicht. Ich hab mich aber wirklich enorm gefreut, daß Du dort viel mitnehmen konntest und ich hab Deine Berichte wirklich verschlungen...wir waren in den letzten Monaten tarottechnisch wohl alle 3 etwas...hmm, salopp formuliert...uninspiriert. Deine Erfahrung bringt frischen Wind. Mittlerweile und nach all dem Mega-Stress kann ich mich an Anas Karten freuen und denke, demnächst kommt der "Boom"-Effekt und ich kriege richtigen Zugang...den Moment warte ich natürlich entspannt ab. Und dann legen wir los...