Mittwoch, 25. Juni 2008

Der Tarot de Marseille

Ich beschäftige mich seit einigen Jahren intensiv mit dem Tarot.

Mein erstes Deck war natürlich das RWS-Deck, das über lange Zeit mein Geheimnis blieb, bis sich 2005 mit dem Einzug des Internets in unseren Haushalt eine ganz neue Welt auftat. Plötzlich gab es lauter Gleichgesinnte, die ein intensives Forumsleben aufrecht hielten.
So kam ich über das Forum von Hajo Banzhaf in Kontakt mit der sehr lebendigen Tarot-Szene. Einige diverse Klone von RWS-orientierten Decks bildeten schon bald eine ansehnliche Sammlung.

Dem schloss sich ein einjähriger Kursus des Thoth-Decks von Crowley/Harris an, das dann sehr schnell zu meinem Lieblingsdeck wurde.


Bis dann überraschend der Tarot de Marseille in mein Leben sprang...
Nach Neuem Ausschau haltend, fand ich mich im internationalen Forum von Aeclectic wieder und stieß - durch einen Blog ;) - auf den Tarot de Marseille.
Nun wollte ich´s wissen!
In meiner Buchhandlung lag bereits das Deck für mich und wartete auf Abholung. Auf der Packung war auch eine Website vermerkt: Camoin. Was verbarg sich hier wohl? Eine neue Welt, die auf ihre Entdeckung lauerte. Und ich begann zu forschen, stürzte mich Hals über Kopf hinein.
Hier spannen sich die Fäden zwischen Aeclectic und Camoin, immer neue Verbindungen kamen ans Licht, neue Seiten, die sich zu lesen lohnten:
Die Seite von Paul B. Williams, die mich weiter zu Enrique Enriquez (EE) führte und der "zufällig" gerade jetzt eine Studiengruppe auf Aeclectic begann, an der ich teilnehmen darf - und deren Ergebnisse ich hier gern aufschreiben möchte. Soweit sie meine Übungen betreffen...

Beim Studium der Karten nach der Camoin-Methode und durch Enriques Herangehensweise erlebte ich eine wunderbare "Befreiung". Von meiner sehr "technisch" orientierten Lesart des Tarot und dem Memorieren von Bedeutungen, entferne ich mich in ungeahnter Weise und entdecke den Tarot noch einmal ganz neu. Und das in jeder Legung!
Dabei habe ich das wohlige Gefühl "nach Hause zu kommen".



 Enrique Enriquez schrieb:
"It is important not to start projecting meaning in each symbol, or we stop looking. We are trained to not see, but to be told what is in there to see. As soon as we think we know what an image is about we stop paying attention. That is why it is so important to detect all eye rhymes before trying to detect a message."

Übersetzt heißt das:
Es ist wichtig, nicht auf jedes Symbol eine Bedeutung zu projizieren, sonst hören wir auf hinzuschauen. Wir sind geübt darin, nicht [selber] zu sehen, sondern gesagt zu bekommen, was dort zu sehen ist.
Sobald wir meinen zu wissen, was auf dem Bild gezeigt wird, sind wir nicht mehr aufmerksam. Darum ist es so wichtig, alle „Augenreime“ zu entdecken, bevor wir eine Be-Deutung entschlüsseln.

1 Kommentar:

Tatjana hat gesagt…

Hallo


auch ich habe mit dem Rider-Waite angefangen bin dann aber nach einer Wanderschaft über Lenormand und Crowley beim Belline Orakel gelandet.

Es spricht zu mir am besten. Das Marseille habe ich noch nicht ausprobiert. Aber vielleicht aus Neugierde in Zukunft mal.