Um beim Beispiel für das Legesystem "Die Krone der Isis" doch einfach beim Thema zu bleiben - und gestern war zudem auch noch Vollmond... - habe ich die Karten befragt: Auf was sollte ich in den nächsten vier Wochen bei der Gestaltung meiner eigenen Karten achten?
Gelegt habe ich dieses Mal mit meinem neuen "Intuitive Tarot" von Cilla Conway.
Leider hat das Blitzlicht eine starke Reflexion auf Trumpf XVII Der Stern gebracht, die Karte kann aber in der
Slideshow angesehen werden (zum schnellen Finden: in der linken Leiste zur vorvorletzten Karte scrollen).
Mir ist bewusst, dass ein solches Projekt eine große Aufgabe ist, die Durchhaltevermögen erfordert. Kraft und Stehvermögen sind gefragt, um sich gegen Kritik (eigene und von außen) zu behaupten. In einer solchen Arbeit zeigt sich die eigene Persönlichkeit ganz ungeschützt, wie mir der nackte (durchaus wohlgebaute) Mann zu verstehen gibt - er bietet eine kaum zu verfehlende Angriffsfläche. Es ist an ihm / an mir, sich ganz im Vertrauen auf die eigene Stärke schützend vor das eigene Werk zu stellen. (Nine of Rods = Stab 9 auf der Position des Vollmondes - was sichtbar und bewusst ist).
Was zunehmend in den Hintergrund treten wird bei dieser Arbeit, ist durch die Münzen 10 (Ten of Discs auf der Position abnehmender Mond - schwächer werdender Einfluss) repräsentiert. Mir kam bei dieser Darstellung sofort in den Sinn: Ich habe genügend Material gesammelt, ich verfüge über eine ausreichende Menge von Bildern, Karteikarten, Kleber, Scheren, Skalpellen und praktischen Fähigkeiten für die Herstellung von Collagen... Von all den notwendigen "Zutaten" ist mehr als genug vorhanden, das Sammeln ist so gut wie abgeschlossen. Jetzt geht es daran, mit diesem zur Verfügung stehenden Grundstock weiter zu arbeiten, die Sammlung als solche aufzulösen und in einen neuen Kontext zu bringen.
Dabei wird es wahrscheinlich für mich immer wichtiger werden, dass ich mich auf meine Intuition verlasse, mich von meinem Bauchgefühl bei der Auswahl der Bilder leiten lasse und weniger auf ein geistiges Konzept zurückgreife, mich wirklich auf den kreativen Prozess einlasse. Empfänglich werden für die Bilder, die mich ansprechen... Die Gestaltung unterschiedlicher Karten lässt vielleicht auch mich Wandlungen durchlaufen, den Tarot noch einmal neu "reflektieren" und erleben, empfinden.
Möglich auch, dass ich dabei in eine Art "Sog" geraten könnte ;-) . (XVIII The Moon = Der Mond auf der Position des zunehmenden Mondes - stärker werdender Einfluss).
Noch nicht bekannt ist mir, welches konkrete Ziel dieses Projekt verfolgt - gestalte ich nur die Trümpfe, wenn überhaupt. Oder weite ich die Arbeit am Ende aus auf ein komplettes Deck? Noch ist es eher eine begonnene "Spielerei". Wird diese Form der Auseinandersetzung mit den Bildern meinen (spirituellen) Weg beeinflussen, wenn ja - wie? (XVII The Star = Der Stern auf der Position des Neumondes - was noch unsichtbar oder unbewusst ist, eventuell erahnt wird).
Spannend finde ich, das recht harmonische Bild. Alle Elemente sind vertreten, KA und GA stehen in ausgewogenem Verhältnis zueinander (bilden sogar die Diagonale der Harmonie von unten links nach oben rechts verlaufend). Obwohl ich mit umgedrehten Karten arbeite, fielen alle Karten aufrecht!
Ich denke, das Gestalten der eigenen Karten lässt alle meine Sinne teilhaben. Miteinander "ins Gerangel" kommen wohl dabei leicht mal das noch unbekannte Ziel (XVII Stern) und das Bündel der vorhandenen Möglichkeiten (Münzen 10), sowie auf der anderen Seite das Bestreben weiterzumachen und durchzuhalten (Stab 9) mit dem empfangenden, kreativen, intuitiv-meditativen Prozess (XVIII Mond).