Montag, 21. Oktober 2013

Die Höfe und ihre Zuordnung zu den Elementen

Bislang habe ich mich bei der Zuordnung der Hofkarten an die Schule des Golden Dawn gehalten. Das scheint mir auch 'richtig' zu sein für die Decks, die aus dieser Schule hervorgegangen sind. Hier entspricht sie den kabbalistischen Ebenen:
Könige sind dem Element Feuer (Azilut) zugeordnet, Königinnen dem Wasser (Beriah), Ritter der Luft (Jezirah) und Pagen dem Element Erde (Assiah).
Doch gilt diese Zuordnung auch für den Tarot de Marseille???

Yoav Ben-Dov hat in seinem Buch 'Tarot – The Open Reading' eine andere Zuordnung vorgenommen, die sich aus unterschiedlichen Überlegungen ableitet. Diese quellnahe Aufschlüsselung ist mir so plausibel, dass ich sie für meine weitere Arbeit mit dem Tarot de Marseille übernehmen werde.


So können die Elemente folgendermaßen dem menschlichen Körper zugeordnet werden:
  • Füße – Boden, Erde => Münzen
  • Becken – (An-) Triebe, Feuer => Stäbe
  • Brust – Gefühle, Wasser => Kelche
  • Kopf – Intellekt, Luft => Schwerter

Entstanden im Mittelalter, entspricht das auch der zeitgemäßen Philosophie der vier natürlichen Bereiche Mineralien, Pflanzen, Tiere und Menschen. Demnach entsprechen die Mineralien dem Element Erde und werden durch die Münzen repräsentiert. Die Pflanzen verkörpern Sexualität und Fruchtbarkeit durch das Element Feuer in den Stäben. In den Tieren erwacht das Empfinden des Elements Wasser, dargestellt durch die Kelche. Mit dem Menschen kommen Vernunft und Sprache des Elements Luft hinzu, versinnbildlicht durch die Schwerter.

Damit ergibt sich analog eine andere Zuordnung der Höfe. Feuer (Stäbe) und Luft (Schwerter) haben ihre Plätze getauscht. Das heißt: Die auf ihren Thronen sitzenden Könige sind dem zufolge der rationalen Luft zugeordnet, während in den noch jungen, ungestümen Rittern das jugendlich-leidenschaftliche Feuer brennt. Außerdem steht das Pferd symbolisch für Kraft, Vitalität, Wachstum und Fruchtbarkeit – was doch sehr in den Bereich der feurigen Stäbe fällt.

Die Hofkarten mit ihren Elementenzuordnungen nach Yoav Ben-Dov




Die Abbildung der Karten erfolgt mit freundlicher Genehmigung von CBD Tarot de Marseille by Dr. Yoav Ben-Dov.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Beispiellesung – Der Überblick

Nachdem ich dieses Legesystem gerade vorgestellt habe, will ich es nun auch in Aktion erleben!

Dafür habe ich mir eine feurige Fragestellerin ausgedacht, die ganz neugierig 'einfach nur mal so' wissen will, was bei ihr so ansteht. Nennen wir sie Frau Schütze, die, ihrem Feuerzeichen gemäß, durch die Stab-Königin repräsentiert wird.



Die wichtigste Karte ist die über dem Signifikator liegende, hier ist es die Münzen 3 rx. Es sieht so aus, als überlegte Frau Schütze, etwas in die Tat umzusetzen, sie will wohl etwas erschaffen oder aufbauen. Die Karte liegt allerdings umgedreht, was mich denken lässt, dass sie sich damit schwertut. Mir kommt in den Sinn: Das sieht nach einer schweren Geburt aus… Ihr Tun ist noch sehr unsicher – zwei Münzen werden von einer balanciert. Oder die untere Münze liegt noch wie ein Samenkorn in der Erde. Es scheint, als machte sich Frau Schütze sich die Arbeit selber schwer, bzw. als sei sie noch nicht so recht bereit, tätig zu werden.

Die unter der Stab-Königin liegenden Karte gibt einen Hinweis auf das, was sich erschwerend auf ihre Arbeit auswirkt. Es ist ein Trumpf! Trümpfe repräsentieren Erfahrungen. Und dieser hier liegt zudem noch umgedreht im Bild. LE MAT steht für Freiheit und Reisen, er macht sich auf die Socken, frisch voran mit dem Ausruf „Ich mach das jetzt einfach mal!“. Doch in dieser umgedrehten Position scheint er sich lieber schnell aus dem Staub zu machen und den Rückzug antreten zu wollen. Da treibt ihn nicht mehr sein Instinkt mutig den Weg zu beschreiten, sondern er fühlt sich eher vom wilden Affen gebissen und vom Hafer gestochen…
Frau Schütze beschneidet sich selber in ihrer Freiheit und schränkt damit ihren Aktionsradius ein. Ihr fehlt es offenbar an der leichtfüßigen Einstellung ‚mir doch egal, was ihr darüber denkt…‘.

Schwert 9: In der Vergangenheit hat sich Frau Schütze mit der Planung zurückgezogenund sich jede Menge Gedanken gemacht. Sie hat sich in ihre Pläne vertieft, hin und her überlegt, am Ende wahrscheinlich genauso viele Argumente dafür wie dagegen gesammelt. An mangelnder Planung wird ihr Vorhaben jedenfalls nicht scheitern.
Stab 4: Schlussendlich hat sie sich entschlossen, ihre Energien in die entsprechende Richtung zu lenken. Die stabile und ordnungsliebende 4 ist ein Hinweis, dass sie ihre Kräfte mit Bedacht auf ihr Ziel gerichtet haben wird.

Stab 7: Zukünftig wird sie mit deutlich vermehrtem Eifer an der Umsetzung ihrer Idee arbeiten und für sich klären müssen, was und wie genau sie ihr Ziel eigentlich erreichen will.
Stab 5: Ihre Kraft scheint etwas zu schwinden, von der Stab 7 fällt der Zahlenwert auf die Stab 5 zurück. Ihre Ambitionen werden noch einmal auf den Prüfstand gestellt und sie wird lernen müssen, ihre Kräfte bestmöglich einzusetzen.


Diese Auslage ist sehr ‚heiß‘. Feurig wie die Dame selbst, ist die Hälfte der ausliegenden Karten dem Feuerelement zugeordnet – drei Stabkarten sind in diesem Bild zu finden. Unterstützung erfährt das Feuer von zwei dem Luftelement zugeordneten Karten (Schwert 9 und LE MAT). Das zupackende Element Erde ist mit der Münzen 3 einmal vertreten, das Wasser fehlt völlig. Das zeugt von einer Menge Energie – Wille und Engagement sind reichlich vorhanden, auch ein Konzept ist dabei. Aber reicht das Können aus, das Projekt auch umzusetzen? Und wo steckt die Empathie für das, was da geschaffen werden soll, das Herzblut für die Sache?
Was die Zahlenwerte anbelangt, zeigen die Karten der Gegenwart die kleinsten Werte, d.h., LE MAT ist keine Wertigkeit zugeordnet, es ist 'der Trumpf ohne Zahl'. Die Münzenkarte ist eine 3 und kennzeichnet damit den zarten Beginn ihrer Aktion. Bis auf eine Karte zeigen alle Karten dieser Auslage ungerade Zahlenwerte, was für viel Bewegung und eine hohe Dynamik spricht.


Zusammenfassung: Insgesamt lese ich aus diesem Bild, dass Frau Schütze nach reiflicher Überlegung mit steigender Motivation bereit ist, sich in die Arbeit zu stürzen, aber darin erschöpft sie sich im Augenblick auch schon. Ihr Projekt ist bislang reines Kopfkino. Sie packt ihr Vorhaben nicht an, sondern hindert sich durch Vorbehalte selber daran, endlich praktisch loszulegen und ihr Vorhaben tatkrätig zu realisieren.


Ja, doch – diese Auslage gefällt mir recht gut! Eure Erfahrungen interessieren mich, solltet ihr ebenfalls eine Testlesung mit ihr gemacht haben oder sie bereits regelmäßig verwenden.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sie auch bestens geeignet ist, nur mit den Trümpfen gelesen zu werden…

Sonntag, 23. Dezember 2012

Legesystem " Der Überblick"

Eine interessante, kleine Erweiterung der Kreuzauslagen fand ich unlängst im Blog The Art of Cartomancy von Cardseer. Er nennt es 'Overview-Spread', was übersetzt so viel heißt wie 'Überblick-Auslage'. Es ist für jedes Kartensystem geeignet.


Das Kartenbild gibt einen generellen Eindruck über eine bestehende Situation. Vor dem Mischen und Auslegen der Karten wird ein Signifikator bestimmt. Bei einer konkreten Frage zu einem speziellen Thema wird man eine entsprechende Karte auswählen. Wenn 'nur mal so' gefragt wurde, 'was denn gerade so anliegt', bietet sich eine Hofkarte an, um die fragestellende Person zu repräsentieren.



Die Karte über dem Signifikator ist die wichtigste der gesamten Auslage. Sie zeigt, was im Kopf der Person vor sich geht. Hier finden wir ihre Gedanken, Wünsche und Hoffnungen. Geht es um eine spezielle Situation, zeigt sich in dieser Position der gegenwärtig wirksame Einfluss.

Die Karte unter dem Signifikator ist die nächstwichtige. Sie zeigt, was die Person fürchtet, wovor sie Angst hat – bewusst wahrgenommen oder auch verdrängt. Geht es um die Betrachtung einer konkreten Situaion, zeigt sich hier der hinderliche Einfluss, dem sie ausgesetzt ist.

Die Karten auf der linken Seite zeigen, was in der Vergangenheit zu dieser Situation geführt hat.

Die Karten auf der rechten Seite zeigen, wie sich die Situation künftig weiterentwickeln wird.

Sonntag, 11. November 2012

Legesysteme – wie viele Karten braucht man wirklich?

Ein lieber Freund lud mich vor geraumer Zeit ein, einmal einen Blick auf seine Tarot-Auslage zu werfen. Dazu bin ich immer gern bereit, doch dieses Mal zuckte ich innerlich ein wenig zusammen. Es war ein Kartenbild nach einem Auslageschema aus dem "Großen Buch der Legesysteme" von Jeanne Ruland– und genau dieses Werk habe ich in den Keller gebracht, weil mir die meisten Auslagen einfach zu groß sind oder die Positionsbezeichnungen zu 'merkwürdig' und wenig griffig anmuten. Die Karten auf dem 'Allgemeinen Teil' sind für mich noch nachvollziehbar. Aber dann geht es um Naturkräfte, die beachtet werden wollen und 'Begleiter', die zur Unterstützung bereitstehen – die bei den 'Jokern' wieder mit ähnlicher Mission in Erscheinung treten… Bei jeder Karte muss ich auf den Legeplan sehen, um ihre Positionsbedeutung nachzusehen. Irgendwie ist mir das zu anstrengend und verwirrend, da komme ich immer wieder aus dem Fluss :-/ .

Ich bekenne mich dazu, kleinere Legesysteme mit aussagekräftigen Positionen zu bevorzugen. Also nutze ich diese oben beschriebene Erfahrung dazu, einmal zu überlegen, wie ein kleines Legesystem aufgebaut werden kann, um ein optisch und inhaltlich ansprechendes Auslegemuster zu bilden.


Bei einem Stammtisch im Sommer diesen Jahres hatte Ursula uns mit den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten einer Auslage aus nur 3 Karten erfreut. Je nach Fragestellung lassen sich unterschiedliche Positionen kreieren. Oft repräsentieren dabei zwei Karten zwei (gegensätzliche) Standpunkte, die durch die dritte Karte zusammengefasst werden: These – Antithese – Synthese.

Dabei beeinflusst das Auslagemuster – also wie die Karten auf den Tisch gelegt werden – ganz wesentlich die Wahrnehmung der Beziehung der Karten untereinander. Wird eine einzelne Karte mit Abstand von den beiden anderen ausgelegt, hat das eine andere Wirkung, als wenn alle Karten im selben Abstand nebeneinander liegen. Ein Dreieck kann mit der Spitze nach oben, unten oder zur Seite gelegt werden – jedes Mal ergibt sich ein anderer Eindruck, eine andere Erwartungshaltung an das Legesmuster.



Lassen wir die Bilder selber sprechen ;-) :

Diese in einer Reihe liegenden Karten erzählen eine Geschichte in zeitlicher / logischer Abfolge, wie z.B. als:

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Gestern – Heute – Morgen

Ursache – jetzige Situation – spätere Wirkung



Liegen die Karten in einer senkrechten Reihe, ergibt sich leicht der Eindruck einer hierarchischen Ordnung. Diese Auslage verbindet oben und unten, erinnert damit auch an einen aufrecht stehenden Menschen oder Baum. Diese Anordnung bietet sich für z.B. für folgende Betrachtungen an (von unten nach oben gelesen):

Körper – Geist – Seele

Auftreten – Fühlen – Denken

Nahrung (Wurzel) – Stärkung (Stamm) – Frucht (Krone)



Die aufsteigende Linie eignet sich, um Schritte für eine Zielerreichung darzustellen. Sie wirkt auf mich immer leicht 'idealistisch', weil sie sich in die oberen Sphären hinauf bewegt.

Schritt 1 – Schritt 2 – Schritt 3

Basis – nötige Aktion – (Zwischen-) Ziel




 
Die absteigende Linie dagegen zeigt, wie etwas umgesetzt und realisiert – also auf den Boden der Tatsachen gebracht – oder geerdet werden kann.

Schritt 1 – Schritt 2 – Schritt 3

Idee / Fiktion – Aktion – Integration






Diese Auslage erinnert an einen Trichter – zwei Komponenten werden zusammgeführt, wie z.B.:

oben: Ja – aber; unten: folglich

oben: These – Antithese; unten: Synthese







In diesem Dreieck wirkt die oben liegenden Karte den beiden anderen Karten übergeordnet, als hätte sie eine beobachtende, neutrale Position.
Wie z.B.:

unten: Pro – Contra, oben: Handlungsempfehlung

unten: Ich – Du, oben: unsere Beziehung

unten: Protagonist – Antagonist; oben: Vermittler / Schlichter

unten: Kläger – Angeklagter; oben: Richter



Diese Gruppierung suggeriert Verdoppelung oder Optionen, aus 1 wird 2, denn bei dieser Anordnung wird wieder die Zeitachse wahrgenommen. Diese Auslage eignet sich, wenn sich eine Situation auffächert, neue Situationen entstehen.
Das bekannte Entscheidungsspiel basiert auf diesem Schema.

links: Situation / Thema; rechts: Tun – Lassen

links: Situation / Thema; rechts: Handlungsmöglichkeit A – Handlungsmöglichkeit B



Bei diesem Bild denkt man sofort an eine Verbindung wie beispielsweise eine Brücke. Es wirkt ähnlich wie die aufsteigende Linie bei der Zielerreichung, erscheint mir aber 'reeller', bodenständiger. Die aufsteigende Linie empfinde ich als 'vergeistigter'.

Situation / Thema – Aufgabe – Lösung

Ich – was uns verbindet – Du



Dieses Bild stellt ein Paar mit Zusatzkarte dar. Die sich kreuzenden Karten haben eine besondere Wirkung: Sie lassen die Karten nicht nur nebeneinander stehen, sondern sie verschmelzen sie miteinander, betonen ihre gegenseitige Durchdringung. Ich assoziiere den Planeten Saturn mit seinen ihn umgebenden Ringen. Die aufrechte Karte befindet sich in der Atmosphäre der sie kreuzenden Karte. Es entwickelt sich eine stärkende Wirkung oder birgt Konfliktpotenzial. Die separate Karte kann einen Rat erteilen, einen nicht wahrgenommenen Aspekt oder eine von Außen unerwartet hinzukommende Energie / Situation darstellen etc.




Sonntag, 28. Oktober 2012

21 Wege – Weg 8

Auf diesem Weg nähern wir uns der Bedeutung der Karte über Metaphern. Der Tarot vermittelt seine Informationen über Symbole und Metaphern – das Handwerkszeug für die Interpretation. Metaphern drücken aus, was nicht in anderer Weise gesagt werden kann. Die Bilder umgehen das kritische Bewusstsein und sprechen etwas im bilderlebenden Unterbewusstsein an. Als grundlegendes Instrument, um unserere Erfahrungen zu verstehen, vermitteln Metaphern in wenigen Worten die Essenz einer Karte, indem sie Gefühle, Empfindungen und Erinnerungen hervorrufen. Wie viele Menschen können die Worte "draußen im Regen stehen gelassen" hören, ohne zu erschaudern und kurzzeitig den Schmerz der Einsamkeit zu spüren? Oder sich dabei an eine Situation zu erinnern, in der sie, die Hände in der Manteltasche vergraben, darauf warteten, abgeholt zu werden oder durch eine Tür eingelassen zu werden. Schon das Wort "draußen" vermittelt ein Gefühl von Verlust und Exil.

Dieser Weg führt uns dazu, den Zugang zu den Informationen über Floskeln, Sinnsprüche, Wortspiele, Liedtexte und Sprichworte zu finden. So kann die Person von Karte Schwert 10 beschrieben werden als 'festgenagelt' oder 'in den Rücken gefallen'. Solch bildhafte Sprache erwächst aus der persönlichen Erfahrung und löst Erinnerungen aus, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind und sich auch von Situation zu Situation verändern, uns aber sehr dienlich sein können. Wenn Floskeln und verstaubte Metaphern im neuen Kontext belebt werden, verwandeln wir allgemeine Sätze zu persönlichen gehaltvollen Sätzen.

Eine Metapher steht stellvertretend für etwas anderes, sie ist darüber hinaus aber nicht nur ein Vergleich, sondern auch Zusammengehörigkeit. Sie dient als Übermittler einer Bedeutung von einem Bereich zum anderen. Durch diesen Prozess werden kulturelle und persönliche Hintergründe getriggert. Die Wurzel des Wortes Metapher lautet 'übertragen' – Metaphern übertragen die Bedeutung von einem Bereich in den anderen, indem sie Analogien verwenden. Das heißt, durch den Gebrauch von Bildern oder Vorstellungen aus einem Bereich kann etwas über einem anderen Bereich gelernt werden – so wie wir durch den Gebrauch der Bilder des Tarot über unser Leben sprechen können.

Mit der Schwert 10 kann man sagen "mir wurde von hinten in den Rücken gestochen" obwohl in der Realität physisch kein Einstich festzustellen ist. Stattdessen kann ein Vergleich vorgenommen werden zwischen den durch verbale Attacken erlittenen Schmerzen und denen, die durch tatsächliche Einstiche mit einem Messer in den Rücken entstünden. In beiden Fällen wird der Angreifer als heimtückisch angesehen, weil er seine Tat nicht direkt, Auge in Auge, ausführte. In beiden Erlebnissen kommt der Schmerz zum Ausdruck, der gleichartige Überlebensreaktionen auslöst.
Nehmen wir als weiteres Beispiel die Kelch 5. Wir könnten sagen, dass die Person über 'verschüttete Milch' klagt. Der Fragesteller ist 'in Kummer gekleidet' dargestellt und wird oftmals ermahnt 'die Teile aufzuheben und weiterzugehen', denn es ist ohnehin schon 'viel Wasser den Bach heruntergeflossen' (wie der Bach im Hintergrund z.B. des RWS-Deck nahelegt). Das soll heißen, wenn du eh nichts mehr ändern kannst, weil es vergangen ist, versuch zu retten, was noch da ist.

Metaphern tauchen ganz spontan bei der Arbeit mit den Karten auf, wie es vielleicht auch schon auf den vorangegangenen Wegen geschehen ist. Eine gute Metapher kann ein sehr guter Schlüsselsatz zu einer Karte sein, der Dutzende weitere Bilder in der Phantasie aufrührt.


Goldene Regel:
Sätze, die moralisierend wirken, sollten vom Kartenleser vermieden werden. Sie sind oft falsch und unangebracht. Sie klingen oft wie ein von außen kommender Richtspruch und verurteilen den Fragesteller. Es sei denn, der Fragesteller selber spricht sie aus. Dann sind sie für ihn wichtig und bergen oft wichtige Einsichten für ihn, die durch Hinterfragen aufgedeckt werden können.


Aufgabe 8:1
1) Finde Metaphern für die Münzen 5 deines Decks, basierend auf der Darstellung.
2) Finde Sätze, die speziell auf die Zahl 5 und den Satz der Münzen passen – wie Midlife-Crisis oder Vertrauenskrise. Beachte, dass diese Sätze nicht so von Sinneswahrnehmungen geprägt sind, wie die aus den Bildern erwachsenen.
3) nicht möglich, weil ich die Liste von Mary K. Greer nicht abgeschrieben habe ;-) . Stattdessen wäre es interessant, die selbstgewählte Karte über Metaphern zu beschreiben!


8.1
3) Metaphern, die mir bei der Münzen 3 aus dem Cat-People-Tarot einfallen:
  • Ohne Fleiß kein Preis!
  • Versuch macht klug.
  • Gemeinsam sind wir stark!